| Giovanni Bartolomeo wurde am
3.Januar 1793 als Sohn von Matteo Bosco und Celilia Bosco, geb. Cerore, in
Turin geboren.
Aus Niederschriften ist zu entnehmen, daß
er ein Medizinalstudium begann, aber durch die Ungunst damaliger
Zeitverhältnisse Soldat wurde. Erst neunzehnjährig geriet er unter
Napoleon in der Schlacht bei Borodino 1812 in russische Gefangenschaft. Ob
Bosco die Grundbegriffe der Zauberei in dieser Zeit oder bereits vorher
erlernte, wird unterschiedlich angegeben, ist aber nicht belegbar.
Nach der Gefangenschaft durchzog Bosco
Europa und den Orient. Er entwickelte sich zu einem liebenswürdigen und
eleganten Zauberkünstler mit sehr großer Geschicklichkeit.
Von Zeitgenossen hervorgehoben wurden die intelligenten, auf den Anlaß
zugeschnittenen Wortspielereien. Das äußert sich auch in den von ihm
verfaßten humoristischen Beiträgen für die satirische Zeitschrift
"Der Krakeler".
Dem Erzkomödianten genügte die Bühne
nicht; für ihn war die Zauberei gleich Leben. Er zauberte auf Straßen
und Plätzen, in Buden, vor Königshäusern, Kaisern, dem russischen Zaren
und anderen gekrönten Häusern.
Es blieb nicht aus, daß Zeitungen in ganz Europa, bekannte Zauberer wie
Johann Nepomuk Hofzinser und Robert Houdin, aber auch der Dichter Heinrich
Heine seinen Stil und seine unwahrscheinliche Geschicklichkeit beschrieben
und lobten.
So ist auch erklärlich, daß ein Kunststück aus dem Altertum, das von
der Geschicklichkeit lebt, von ihm zu einer solchen Perfektion gebracht
wurde, daß es für immer mit seinem Namen verbunden ist: das Becherspiel.
1842 verstarb Boscos erste Frau, mit der er
zwei Kinder hatte. Bekannt wurde der 1830 unweit von Turin geborene Eugen
Bosco, der in die Fußtapfen des Vaters trat.
Mit seiner zweiten Frau, einer geb. Luther und verw. Pfeiffer, lebte Bosco
bis zum Tode in seiner neuen Wahlheimat in Gruna bei Dresden in der
Rosenbergstraße Nr. 27.
Er verstarb siebzigjährig am 7. März 1863
und wurde auf dem Alten Katholischen Friedhof im Viertel E, 8.Reihe, 16.
Grab beigesetzt.
|