Dresden kann auf eine
überaus bemerkenswerte magische Tradition zurückblicken, wie es weltweit
wohl nur wenigen Städten möglich ist.
Joseph Fröhlich (1694 - 1757) erreichte als
"Königlich-Kurfürstlicher Hoftaschenspieler" Augusts des
Starken mit seinen magischen Künsten große Popularität.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte Bartolomeo Bosco (1793 -
1863), insbesondere berühmt durch das Becherspiel, Dresden zu seiner
Wahlheimat.
Vor seinem Umzug nach Berlin führte Friedrich Wilhelm Conrad Horster
(1870 - 1944) in Dresden die Firma Borwig & Horster. 1896 erschien
hier sein Aufsehen erregendes erstes Buch "Der moderne
Kartenkünstler". Seine in den 20er Jahren in Berlin gegründete
Vereinigung Maja hatte in Dresden eine Ortsgruppe.
Die Hexer von Dresden", ein Ensemble aus sieben Berufs- und Amateur-
Zauberern, waren von den 30ern bis in die 60er Jahre ein Begriff für sehr
gute Zauberkunst.
Internationales Aufsehen erregte der Dresdner
Zahnarzt Manfred Gottschalt (1899 - 1981), der 1954 auf dem Weltkongress
in Triberg einen ersten Preis für sein stehendes Seil (INDU) erhielt.
Herbert Martin Paufler (1908 - 1997) machte sich unter Sammlern magischer
Geräte einen besonderen Namen, indem er die Elektronik in die alte
mechanische Apparatekunst einführte. Er redigierte außerdem die
"Methodische Reihe der Zauberkunst", heute unter dem Namen
"Zauberkunst" mit Verlagssitz in Dresden eine der
auflagenstärksten deutschen Magie-Fachzeitschriften.
Der Magische Zirkel Dresden (Ortsgruppe des
Magischen Zirkels, Sitz Hamburg) wurde 12.7.1923 gegründet. Vorsitzender
war zunächst Horst Lange (Künstlername Myro), später Manfredo.
Ebenfalls in den 20er Jahren wurde parallel dazu die Ortsgruppe Dresden
der Zaubervereinigung MAJA (Vereinigung für magische Kunst, Sitz Berlin)
gegründet, Vorsitzender
war zunächst Bernhard Nagel, später Manfredo. Diese Gruppe existierte
bis ungefähr 1930/31. 1933 wurde der MZ Dresden aufgrund des
"Gleichschaltungsgesetzes" aufgelöst. Am 18.9.1936 erfolgte die
erneute Gründung des Magischen Zirkels Dresden, gemeinsam mit Mitgliedern
der ehemaligen MAJA-Ortsgruppe, nunmehr als Ortsgruppe des Magischen
Zirkels, der jetzt Fachgruppe der Reichsfachschaft Artistik war.
Vorsitzender war zunächst Herbert Friebel, von 1938-1945 Herbert Paufler.
Aufgrund der Einberufung Pauflers 1940 führte Herbert Friebel (als
stellv. Vorsitzender) den Zirkel erneut. Ihm ist es zu verdanken, dass der
Zirkel auch über das Kriegsende hinweg (zunächst inoffiziell) weiter
existierte. Hans Marian gelang es schließlich noch 1945, bei der
sowjetischen Kommandantur die Genehmigung für den Zirkel zu erhalten, der
am 2.9.1945 als eigenständiger Verein wieder einmal "neu" gegründet
wurde. Herbert Friebel wurde am 18.9.1945 erneut zum Vorsitzenden gewählt,
er gab dieses Amt 1946 aus beruflichen Gründen ab.
Nach dem II. Weltkrieg gründeten in Dresden-Löbtau (... im Restaurant "Zum Frieden")
13 (!) Zauberfreunde den magischen Zirkel "Die Hexer von
Dresden", der Jahre später in den Dachverband des Magischen
Zirkels der DDR eingegliedert wurde.
Der Dresdner Berufsmagier Hans Tosari (1898 - 1967) führte den Magischen Zirkel der DDR zu
künstlerischer Höhe. Die Dresdener Magier nahmen in dieser Vereinigung
bald eine bedeutende Position ein.
1956 wurde der Magischen Zirkels der DDR
gegründet, der Dresdner Zirkel wurde gleichzeitig Gruppe dieses
Dachverbands. 1964 gelang es Leitungsmitgliedern des Magischen Zirkels der
DDR, den Dresdner Zauberern Herbert Paufler, Hans Tosari und Eugen
Wolfram, den Weg zum Beitritt des Magischen Zirkels der DDR in den
Weltverband FISM zu ebnen. Die für den Herbst 1964 in Barcelona geplante
Aufnahme wurde jedoch vom staatlichen Zentralhaus für Kulturarbeit
untersagt. 1969 schließlich wurde sogar der Magische Zirkel der DDR von
staatlicher Seite aufgelöst, ab 1970 wurde der wieder eigenständige
Dresdner Zirkel dem Stadtbezirkskulturhaus Dresden - Ost angegliedert.
Im Mai 1961 wurde unter Leitung von Christian
Wiedemann (WIDANO) der erste Dresdner magische Kinder- und Jugendzirkel
gegründet.
Aufgrund interner Streitigkeiten kam es
1977 zur Spaltung des Dresdner Zirkels, fortan bestehen zwei Magische
Zirkel Dresden.
Nach der politischen Wende im Herbst 1989
wurde am 10.03.1990 der Magische Zirkel der DDR wieder gegründet, am
1.10.1990 erfolgt die Wiedervereinigung mit dem Magischen Zirkel von
Deutschland. Beide Dresdner Zirkel werden Ortszirkel des Magischen Zirkels
von Deutschland.
Nach mehreren Abläufen gelingt es schließlich 1995, die beiden getrennt
agierenden Dresdner Zirkel unter dem Ehrennamen "Bartolomeo Bosco"
wieder zu einen.
Die Dresdner Zauberfreunde organisierten eine
Vielzahl von Kongressen, Festivals, Gästeabenden und Werkstatttagen;
mehrfach wurden Dresdner Darbietungen bei nationalen und internationalen
Leistungsvergleichen preisgekrönt.
Am 19.3.1938 spielte der Magische Zirkel
Dresden ein Programm mit dem Titel "Die Hexer von Dresden".
Regie führte Eugen Wolfram. Er leitete dieses Ensemble bis zu seiner
kriegsbedingten Abreise aus Dresden. Die Leitung übernahm Erich Kluge,
der sie auch nach dem Krieg behielt. Nach seiner Rückkehr nach Dresden
arbeitete Eugen Wolfram wieder als Ansager und Zauberer in dieser Gruppe.
Sie bestand aus 7 Zauberern. Das Ensemble existierte 25 Jahre.
Die Dresdner Zauberer organisierten in den 70er und 80er Jahren mehrere
große Fachtagungen unter dem Titel "Treffpunkt Zauberkunst".
Obwohl sie die Bezeichnung nicht trugen, handelte es sich dabei um die
DDR-Meisterschaften der Zauberkunst.
Das Dresdner Duo Flair qualifizierte sich zur
Deutschen Meisterschaft des MZvD 1993 für den Weltkongress der Magie 1994
in Yokohama und nahm dort in der Sparte Illusionen erfolgreich teil.
1996 organisierte der Magische Zirkel
Dresden "Bartolomeo Bosco" e. V erfolgreich die 9. Deutschen
Meisterschaften der Zauberkunst.
Alle wesentlichen Dresdner magischen Aktivitäten
sind mit dem Magischen
Zirkel Dresden "Bartolomeo Bosco" e. V.
verbunden.
1997 wurde in Dresden der 20. Weltkongress der Magie
ausgetragen; sicher nicht zuletzt auch eine Anerkennung für den Dresdener
magischen Ortszirkel.
Aus dem Dresdner Ortszirkel konnte sich Torsten Pahl für diesen
Weltkongress qualifizieren.
Das derzeitige Wirken des Magischen Zirkels Dresden
"Bartolomeo Bosco" e. V umfasst u. a. die Heranbildung eines
qualifizierten magischen Nachwuchses, den Aufbau von Darbietungen
professioneller Qualität, die
Weiterbildung der Ortszirkelmitglieder und die Organisation von Seminaren.
Seinem Namensgeber fühlt sich der Dresdner
Ortszirkel besonders verpflichtet.
Davon zeugen u. a. die für Bartolomeo Bosco finanzierte neue Grabanlage
auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt, die
Erforschung seiner Biographie, die Pflege des Becherspieles und die
Absicht nach dem großen Magier in Dresden eine Straße zu benennen. |